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Stand: 28.10.2003 |
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HypothesentestSignifikanztest Prüfplan Alternativtest Operationscharakteristik Parametertest sequentieller Test gestutzter sequentieller Test Ein Hypothesentest liefert die Entscheidungsaussage ja/nein über die Einhaltung eines geforderten Merkmals einer Lieferung (Abnahmetest). Solche Merkmale können auch Verkehrsgüte- oder Dienstgüte-Parameter sein. Hier werden Signifikanztests und auf Prüfplänen basierende Hypothesentests unterschieden. SignifikanztestEs soll geprüft werden, ob der Mittelwert m der Grundgesamtheit
dem Sollwert m0 entspricht. Die Fragestellung
eines (einseitigen) Signifikanztests lautet: Die Entscheidung lautet
Mit der standardisierten Testgröße bei Annahme bekannter
Streuung(!) Die Abweichung gilt als nicht signifikant, wenn z < z0 ist. Bei (ggf. asymptotisch) normalverteiltem z ist das zugehörige
Quantil aus Dann lautet die Entscheidung bei
Bei Annahme liegt m0 mit der Wahrscheinlichkeit
1 - Der Stichprobenumfang ist zunächst beliebig. Wird
jedoch eine gewünschte Konfidenzbreite d0
vorgegeben, kann der notwendige Stichprobenumfang als Die Irrtumswahrscheinlichkeit (Risiko) Der Signifikanztest liefert keine Aussage, wenn H0 angenommen wird, aber falsch ist (Abnehmerrisiko). PrüfpläneStatistische Prüfpläne wurden unter der Fachgebietsbezeichnung "statistische Testtheorie" speziell für Qualitätsprüfungen entwickelt. Sie dienen dazu, vor Beginn einer Qualitätsprüfung die Interessen von Lieferant und Abnehmer miteinander abzustimmen und die Qualitätsprüfung nach strenger Regel und ohne weiteren Interpretationsspielraum durchzuführen. Auszuführen ist ein Alternativtest: Der Nullhypothese "Qualität gut" wird eine Alternativhypothese "Qualität schlecht" gegenübergestellt (Verhandlungsergebnis zwischen Lieferant und Abnehmer). Der Prüfplan legt den Stichprobenumfang (resp. die Messzeit) und eine Annahmezahl fest. Als Ergebnis des Tests auf "Qualität gut" gibt es nur die glasklare Aussage "Ja" oder "Nein". Herleitung des Prüfplans:
Der erforderliche Stichprobenumfang ist umso größer
Bei der Ausführung des Tests gemäß Prüfplan können dann Fehler 1.Art zu Lasten des Lieferanten und Fehler 2.Art zu Lasten des Abnehmers mit genau definierten, weil vorher festgelegten, Wahrscheinlichkeiten auftreten.
Alternativtest mit AttributprüfungModell: Die Grundgesamtheit enthält nur 2 alternative Ereignisse:
Das Testziel
Bei statistischer Unabhängigkeit der Ereignisse kann die Gültigkeit der Binomialverteilung vorausgesetzt werden. Die Fragestellung eines (einseitigen) Alternativtests mit Attributprüfung
lautet: Die Antwort liefert ein Alternativtest über das Merkmal p
Für die Trennschärfe d = p1/p0 > 1 sind übliche Werte d = 1,5; 2; 3. Die Entscheidung wird getroffen mittels einer Stichprobe vom Umfang n mit
Die Entscheidung lautet:
Operationscharakteristik des TestsDer Prüfplan des Tests wird als Annahmekennlinie, Annahmewahrscheinlichkeit oder Operationscharakteristik (OC) bezeichnet. Die Operationscharakteristik beschreibt die Annahmewahrscheinlichkeit der Lieferung als Funktion von p (Schlechtanteil der Lieferung = Grundgesamtheit) mit n und c der Stichprobe als Parameter. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Stichprobe höchstens c schlechte Elemente enthält, ist aus der Binomialverteilung zu berechnen:
Der Prüfplan garantiert mit zwischen Lieferant und Abnehmer vereinbarter Wahrscheinlichkeit
Mit den Vorgaben
und den Identitäten L(p = 0) = 1, L(p = 1) = 0
ParametertestBei einem Parametertest wird ein Parameter einer Verteilung geprüft, z.B. der Mittelwert (Prüfung auf meßbares Merkmal). Angewendet auf Ausfallmodelle wird die Ausfallrate Dann sind die Ausfallzeitpunkte exponentialverteilt mit der Ausfallwahrscheinlichkeit
Testziel ist die Prüfung des wahren, unbekannten Ausfallabstands
Dazu werden n Elemente (Stichprobe) vom Zeitpunkt t = 0 an beobachtet. Die Beobachtung wird beendet,
T ist die summierte Lebensdauer. Sie ist gleich der Beobachtungsdauer. Die Maximum-Likelihood-Schätzung des Ausfallabstandes aus
der Beobachtung ist Geprüft wird, ob der vereinbarte Ausfallabstand Mit einem Alternativtest über den Parameter
werden r Ausfälle über der Versuchsdauer T beobachtet mit
Die Entscheidung lautet:
Operationscharakteristik des TestsDie Annahmewahrscheinlichkeit (in der Prüfzeit T
treten höchstens c = r*-1 Ausfälle auf)
ergibt sich aus der Chiquadratverteilung als Funktion von Die Abbruchzahl r = r* in P( Es kommen noch die Bestimmungsgleichungen für die Prüfzeit
T aus der Fixierung der beiden Punkte der Operationscharakteristik
(
Zugrunde liegt der Satz von Poisson: Sind die Ausfallabstände
eines Prozesses unabhängig identisch exponentialverteilt mit
der Ausfallrate Für diese Poissonverteilung gilt:
Die beiden Bestimmungsgleichungen bedeuten nun: Die Summe der Wahrscheinlichkeiten der zulässigen Ausfallzahlen
von x = 0 bis x = c (Annahmezahl) muss bei
der Hypothese Der Prüfplan garantiert mit zwischen Lieferant und Abnehmer vereinbarter Wahrscheinlichkeit
Sequentieller ParametertestEin sequentieller Test ist ein sich selbst (automatisch) beendender Alternativtest. Bei Anwendung auf eine Attributprüfung werden der Grundgesamtheit schrittweise Stichprobenelemente entnommen und anhand der Annahmezahl c auf H0, H1 geprüft. Der sequentielle Parametertest ist die Anwendung auf eine Parameterprüfung (Ausfallmodell). Dazu wird schrittweise die Prüfdauer erhöht und anhand der Ausfallzahl r auf H0, H1 geprüft. Der Test wird beendet, wenn die akkumulierte Information für H0 oder H1 ausreicht. Andernfalls wird weitergeprüft. Vorteil:
Nachteil:
Operationscharakteristik des TestsDie Operationscharakteristik eines sequentiellen Tests ohne Stutzung
ist näherungsweise in parametrischer Darstellung
(Details können erfragt werden) Es gelten immer
Mittlere EntscheidungsdauerDa bei einem sequentiellen Test die notwendige Prüfdauer (Beobachtungsdauer) bis zur Entscheidung eine Zufallsvariable ist, wird der Erwartungswert (Mittelwert) angegeben. Die mittlere Entscheidungsdauer ohne Stutzung ist näherungsweise
Gestutzter sequentieller ParametertestDer Nachteil hohen Stichprobenumfangs bzw. hoher Prüfdauer bei einem sequentiellen Parametertest ist durch Begrenzung (Stutzung) des Test vermeidbar. Ein gestutzter sequentieller Parametertest auf den mittleren
Ausfallabstand Voraussetzung für die Anwendbarkeit sind wie bei dem Parametertest
EntscheidungsalgorithmusEntscheidungsgrundlage ist die akkumulierte Summenlebensdauer (Prüfdauer) T = T(r). Weiter sind
(Details können erfragt werden) Wenn r Ausfälle in T(r) auftreten, dann lautet die Entscheidung im Fall
Abbruch (Begrenzung, Stutzung) der Prüfung bei
PrüftabelleIn der Prüftabelle eines sequentiellen Tests sind schrittweise über der Ausfallzahl r die Werte der Annahmegeraden T0(r) und der Rückweisungsgeraden T1(r) aufgetragen. Entschieden wird anhand dieser Prüftabelle. StutzungAls Stutzungsregel wird häufig rst = r* + 1 verwendet, aber auch rst = 3r* wird benutzt. Die Stutzung beeinflußt Operationscharakteristik und mittlere Entscheidungsdauer. Der Einfluß nimmt zu, je näher rst an r* liegt. |
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